Schuh-Kommode

Was ist eine Schuh-Kommode?
Das ist eine Kommode in der wahlweise auch Schuhe untergebracht werden können. Sollte es so etwas bisher nicht gegeben haben, ist es gerade erfunden worden 🙂

Die Idee war es, im Flur eine Unterbringungsmöglichkeit für die meistens benutzten Schuhe zu schaffen, eine Kommode unterzubringen und trotzdem noch selbst durch den Flur zu kommen.

 

Schuh-Kommode

Schuh-Kommode

Die Grundmaße der Kommode sind
(H 810 + 105 mm „Brett“ x B 1640 mm x T 465 mm).
Die obere Schubladenreihe kann normal benutzt werden, die beiden Reihen darunter können durch Einsätze für Schuhe verwendet werden. Ohne Einsatz ist es eine normale Schublade. Dies ist der Unterschied zu den Schuhkommoden, dort ist die Verwendung vorgegeben.

Holz für Schubladen

Holz für Schubladen

Nachdem ich bei der bisherigen Arbeit meine Erfahrungen mit den Platzverhältnissen und der bevorzugten eigenen Arbeitsweise gemacht habe, wird das Holz soweit wie möglich auf „Endmaß“ bestellt.
Arbeiten mit großen Platten sind nur schwer möglich, da sie draußen grob zugeschnitten werden müssten.
Die Teile für die Schubladen sind bereits auf knapp 16 mm gehobelt.

Böden und Rückwände

Böden und Rückwände

Die Schubladenböden und Rückwände für die Kommode habe ich bei einem anderen Händler bestellt.
Die Lieferung erfolgte stilecht in einer Holzkiste – 1A Verpackung.

Nut fräsen

Nut fräsen

Die Seitenteile der Schubladen erhalten eine Nut für den Boden.
Das geht mit einem 5 mm Schlitzfräser sehr schnell und ohne Ausrisse.

Böden vorbereiten

Böden vorbereiten

Nachdem die Passung in den Nuten geprüft wurde, werden die Böden auf der Furnierseite vorsichtig von Hand geschliffen.
Die Böden wurden geölt und können bis zur Montage ausdünsten.

Vorschleifen

Vorschleifen

Die einzelnen Teile werden vor dem Zusammenbau bis 240 vorgeschliffen.Nach dem Verleimen braucht es nur noch einen kurzen Endschliff und die Schubladen können ebenfalls geölt werden.

Absaugen

Absaugen

Zwischen den einzelnen Schleifgängen wurde abgesaugt.

Anschlag 1

Anschlag 1

Nach den ersten Versuchen mit Anzeichnen, habe ich mir eine „Schablone“ gebaut. Danach ging das Fräsen der Dominolöcher wie von selbst.Für die Vorder- und Hinterstücke musste nur ein Zwischenholz (Ausgleich der Höhe: Unterkante Seitenteil bis zur Nut Oberkante) beigelegt werden – siehe Anschlag 2. Der ist übrigens für das 2. Loch.
Für die hohen Schubladen sind 3 Dominos vorgesehen, daher folgt noch Anschlag 3.
Der Seitenwechsel des Anschlags ist notwendig wegen rechter und linker Seite der Bauteile.

Anschlag 2

Anschlag 2

Anschlag 3

Anschlag 3

Kanten verrunden

Kanten verrunden

Die Seiten, die später frei liegen, werden leicht verrundet.Der Radius vom Fräser beträgt lediglich 3,2 mm.

Verleimen

Verleimen

Die Schubladen werden verleimt und danach erhalten sie den Endschliff.
Ursprünglich war nur noch ein Durchgang mit 320 geplant, aber ich habe dann doch noch einen 2. Durchgang mit 400 durchgeführt.

Stapelware

Stapelware

Neun Schubladen, fertig verleimt, warten auf den nächsten Arbeitsschritt, das Ölen.
Geölt wird mit farblosem Natural Möbel-Hartöl. Nach dem 1. Auftrag, erfolgt nach 30 Minuten ein 2. Auftrag. Nach weiteren 30 Minuten wird der Überstand abgenommen.
Zum Schluss wurde noch mit mit einem weißen Pad überpoliert. Diese Politur erfolgte ohne Finish-Öl und dient nur dazu, dass Öl gut einzupolieren..

Geölt und poliert

Geölt und poliert

Geölter Stapel

Geölter Stapel

Probebetrieb

Probebetrieb

Neugier ist eine Zier … 🙂
Man will schließlich wissen, ob alles funktioniert. Also schnell einen „Testkorpus“ gebaut, um die Funktion zu testen und zu sehen, wie die Auszüge laufen. Es ist das 1. Mal, dass ich die Grass Auszüge verbaue.

Löcher für Auflagen

Löcher für Auflagen

Für die Schuhablagen werden noch 2 Auflagen (Bodenträger) benötigt.
Die sind mit dem Kreg Shelf Pin Jig schnell erledigt.
Die Platte für die Schuhe wird nur eingelegt. Dadurch kann die Lade, je nach Bedarf, sehr schnell von Schuh- auf Schublade umgebaut werden.
Die „Kleinen“ sehen beim Probewohnen etwas verloren aus. Das liegt daran, dass es eine hohe Schublade ist, die auch für hohe Schuhe gedacht ist.

Fertige Schuhablage

Fertige Schuhablage

Probewohnen

Probewohnen

Rückwand

Rückwand

Da die Rückseite vom Treppenaufgang sichtbar ist, wurde für die Rückwand eine Eiche furnierte Sperrholzplatte verwendet.
Um für eine bessere Durchlüftung zu sorgen, hat die Rückwand Lüftungsbohrungen erhalten.

Domino spielen

Domino spielen

Für die Kommode werden 3 Korpusse benötigt.
Hier werden gerade die Dominolöcher in ein Seitenteil gefräst.
Die Maschine ist beim 1. Loch passend und bei den folgenden Löchern auf etwas Übermaß eingestellt.

Korpus verleimen

Korpus verleimen

Verleimen von einem Korpus.
Wer genau hinschaut, wird mein kleines Missgeschick entdecken.
Wenn man nur schnell noch die Falze fräsen will, dann dauert es nachher länger.
Auf dem Frästisch liegen die Reparaturstreifen für die zu tief geratenen Falze in den Seitenteilen. Zum Glück ist davon im fertigen Möbel nichts zu sehen.

Bodenplatte

Bodenplatte

Die Kanten der Bodenplatte wurden ringsum mit der Handfräse ganz leicht gerundet, wieder mit einem 3,2 mm Fräser.
Anschließend wurden 6 kurze Möbelfüße aus Aluminium angebracht.
Was noch folgt ist das Ölen.

Korpusplatte à la uds

Korpusplatte à la uds

Wie schon beim Bau zu sehen, besteht die Kommode aus einzelnen Segmenten.
Die 3 Korpusse für die Schubladen sind untereinander und mit der Bodenplatte verschraubt.
Die Löcher für die Auszüge wurden bereits vor dem Ölen in der Werkstatt gebohrt. Das erleichtert jetzt den Einbau sehr.

Falzen des Oberteils

Falzen des Oberteils

Da die Kommode an der Kellertreppe steht und es sich um eine offene Konstruktion handelt, würde alles, was von der Kommode nach hinten fällt, in den Tiefen des Kellers und hinter dort stehenden Regalen verschwinden.
Der Deckel der Kommode braucht also einen Fallschutz an der Hinterkante – nennen wir ihn „Brett“.

Aus rund mach eckig

Aus rund mach eckig

Eingepasst und geölt

Eingepasst und geölt

Schon fast eine Kommode

Schon fast eine Kommode

Der Deckel ist, wie der Boden, mit den Korpussen verschraubt. Da die Maserrichtung bei allen Teilen gleich ist, rechne ich nicht mit Problemen.

Auslegen der Doppel

Auslegen der Doppel

Die Doppel werden anhand ihrer Maserung sortiert.
Da sie nicht selbst aus einer Platte geschnitten wurden, muss man halt das raus holen, was das Material hergibt.
Die Löcher für die Griffe sind im Doppel schon vorgebohrt.

Kanten verrunden

Kanten verrunden

Auch hier wieder ein ganz leichter Radius von 3,2 mm an allen Kanten.
Nach dem Ölen nur noch die Doppel und die Griffe anbringen und die Schuh-Kommode ist fertig.